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6. Januar 2011   Börse

ACS bei Hochtief am ersten Etappenziel

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Der spanische Baukonzern ACS hat sein Ziel erreicht und im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebotes seinen Anteil an Hochtief auf über 30% aufgestockt. ACS kann nun weitere Anteile an Hochtief erwerben, ohne ein erneutes Übernahmeangebot abgeben zu müssen. Schrittweise kann der hoch verschuldetet Baukonzern damit seine Beteiligung an Hochtief ausbauen.

Nach der erfolgreichen Übernahmeofferte von ACS stellt sich nun die Frage, ob die Spanier ihren Anteil an Hochtief ausbauen werden und welche strategischen Ziele ACS in Bezug auf ihre Beteiligung verfolgt. Manche Experten verweisen auf die hohe Verschuldung des ausländischen Baukonzerns und sind der Meinung, dass ACS nicht die Mittel hat, weitere Hochtief-Aktien im größeren Stiel über die Börse zu kaufen, zu mal man gerade noch die Beteiligung am spanischen Energieversorger Iberdrola ausgebaut hat. Die Aktionärsschutzvereinigung Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK) geht dagegen davon aus, dass die Spanier ihren Anteil an Hochtief auf über 50% aufstocken werden und dabei nicht zwingend Geld in die Hand nehmen müssten. Die Aktionärsschützer befürchten nämlich, dass ein Aufstocken der Beteiligung über Mittel erreicht werden könnte, die den Aktionären so gar nicht schmecken dürften.

Daniel Bauer, Vorstand der SdK, erklärt hierzu: „ACS muss seinen Anteil nicht zwingend durch Zukäufe über die Börse ausbauen, sondern dies könnte auch über einen für die freien Aktionäre eventuell schädlichen Weg einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage unter Ausschluss des Bezugsrechtes der freien Aktionäre erfolgen.“

Um dieses Vorhaben durchzusetzen, müsste ACS jedoch die Hauptversammlung und den Aufsichtsrat bei Hochtief dominieren, denn nur die Hauptversammlung könnte die entsprechende Beschlüsse fassen. Die SdK befürchtet, dass ACS vermutlich in der für den 12. Mai 2011 in Essen geplanten Hauptversammlung dort ansetzen und versuchen wird, den Aufsichtsrat mit eigenen Kandidaten zu besetzen. „Über die Dominanz des Aufsichtsrates könnte dann eine für die freien Aktionäre unvorteilhafte Geschäftspolitik umgesetzt werden. Ebenso wäre in einem späteren Schritt eine für die freien Aktionäre nachteilige Zerschlagung des Hochtief-Konzerns denkbar“ erläutert Daniel Bauer von der SdK.

Ausgehend von der letztjährigen Hauptversammlungspräsenz bei Hochtief (ca. 64%), so die Anlegerschutzvereinigung, stellt ACS schon jetzt beinahe die HV-Mehrheit und könnte Aufsichtsratswahlbeschlüsse zu seinen Gunsten durchsetzen. Die SdK ruft daher die Aktionäre dazu auf, auf den kommenden Hauptversammlungen der Hochtief AG Präsenz zu zeigen oder sich entsprechend vertreten zu lassen. Wer nicht selbst an der Hauptversammlung teilnehmen kann, den vertritt die SdK kostenlos. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.sdk.org.

 

Redaktion AnlegerPlus



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