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9. Oktober 2017   INVESTMENT

Ein gutes Gefühl

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Mit einigen ETFs können Anleger breit gestreut auf die Anteilscheine nachhaltig wirtschaftender Unternehmen setzen. Darunter fallen Konzerne, die im Rahmen ihrer Wachstumsstrategien ökologische, soziale und ethische Kriterien berücksichtigen. Das zahlt sich doppelt aus, in einem guten Gewissen und in einer guten Aktienkursentwicklung.

Immer mehr Anleger stellen bei der Geldanlage nicht nur hohe Anforderungen an die Rendite der Anlageobjekte sondern auch an deren Nachhaltigkeit. Gerade bei institutionellen Investoren, wie Pensionsfonds, Stiftungen oder kirchlichen Organisationen gewinnt das Thema Nachhaltigkeit im Rahmen von Investitionsentscheidungen immer größere Bedeutung. Dieser Trend zu nachhaltigen Investments spiegelt sich folglich in einem rasanten Anstieg des in entsprechende ETFs investierten Kapitals wider: Das in nachhaltige europäische ETFs investierte Vermögen belief sich 2013 auf rund 360 Mio. Euro. Ende März 2017 waren es dann schon 3,2 Mrd. Euro. Einen deutlichen Schub hat das Thema und die damit befassten ETFs noch einmal durch den VW-Abgasskandals im September 2015 erhalten, der nachhaltige Investments verstärkt in den Fokus vieler Anleger rückte.

Nachhaltig wirtschaften lohnt sich

Wenn sich Manager zusätzlich um den Umweltschutz kümmern und nicht nur das Umsatzwachstum vorantreiben, können sie damit bei umweltbewussten Verbrauchern punkten. Denn diese kaufen gezielt Waren, die zum Beispiel unter Beachtung des Klimaschutzes hergestellt wurden. Bei Konzernen, die sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben haben, wird allerdings nicht nur auf eine umweltschonende Produktion geachtet, sondern es werden zudem soziale und ethische Aspekte berücksichtigt, was sich positiv auf die Mitarbeiterzufriedenheit auswirkt. Der positive Effekt dabei: zufriedene Mitarbeiter sind motivierter und erledigen deshalb ihre Arbeit zügiger und mit großem Engagement. Deshalb glänzen nachhaltig wirtschaftende Unternehmen im Branchenvergleich oft mit einer überdurchschnittlichen Effizienz, die Kostennachteile wieder ausgleicht. Dies spiegelt sich dann in hohen EBIT-Margen und einem dynamischen Gewinnwachstum wider. Folglich entwickeln sich viele Nachhaltigkeitsindizes auf Aktien langfristig meistens genauso gut und in manchen Fällen sogar besser als konventionelle Kursbarometer wie zum Beispiel der EURO STOXX 50 oder der MSCI World.

Darauf ist zu achten

Mit ETFs auf Nachhaltigkeitsindizes können Anleger die Aktienmärkte bestimmter Regionen, z. B. der Euro-Zone und der USA, abdecken oder das Thema weltweit spielen. Vor dem Kauf sollte man sich allerdings ausführlich über die Zusammenstellung der zugrunde liegenden Indizes informieren. Denn in den diversen Indizes könnten durchaus Titel enthalten sein, die nicht zu dem „Nachhaltigkeitsempfinden“ des Anlegers passen. Beispielsweise war 2015 vor dem Bekanntwerden des VW-Abgasskandals die VW-Aktie noch in Nachhaltigkeitsindizes enthalten.

Aus Anlegersicht wichtig ist außerdem das Volumen eines ETFs. Denn für Indexfonds, in die nur wenige Millionen Euro investiert sind, besteht das Risiko, dass diese aus Effizienzgründen liquidiert werden. Von großer Bedeutung ist zudem das Währungsrisiko, das im Euroraum lebende Anleger eingehen, wenn sie mit ETFs auf Indizes setzen, die von ausländischen Währungen dominiert werden. Und zu guter Letzt sollte die Diversifikation im Index überprüft werden. Sprich, ist die Gewichtung der einzelnen Indexwerte etwa gleich groß oder sind einzelne Titel extrem stark gewichtet und damit für die Indexentwicklung von größerer Bedeutung als der komplette Rest der Titel.

Der Euro-Raum

In dem iShares-ETF (ISIN DE000A0F5UG3) auf den Dow-Jones-Eurozone-Sustainability-Screened-Index sind die Aktien von Unternehmen enthalten, die im Euro-Raum in punkto Nachhaltigkeit führend sind. In den Index werden keine Anteilscheine von Konzernen aufgenommen, die in den Bereichen Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Rüstung und Schusswaffen aktiv sind oder die nicht jugendfreie Unterhaltungsmedien produzieren. Derzeit sind in diesem Index Finanzdienstleistungen (26,5 %), Industrie (13,4 %) und Informationstechnologie (10,7 %) die drei am höchsten gewichteten Sektoren.

Bekannte Bluechips in den USA

Im MSCI-USA-Socially-Responsible-Index dominieren die Informationstechnologie (21,9 %) sowie die Konsumgüterbranche (15,3 %) und das Gesundheitswesen (14,3 %). In diesen Index, dessen Entwicklung ein UBS-ETF (ISIN LU0629460089) abbildet, werden nur Aktien von Unternehmen aufgenommen, die im Vergleich mit ihren Konkurrenten in der jeweiligen Branche mit einem hohen Rating in den Bereichen Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung überzeugen. Die fünf am höchsten gewichteten Titel in dem US-Kursbarometer sind die Anteilscheine von Microsoft (5,3 %), Procter & Gamble (4,9 %), Intel (3,5 %), Cisco Systems (3,4 %) und Walt Disney (3,3 %).

Andere Anlageregionen

Mit einem weiteren UBS-ETF (ISIN LU1048313891) können Anleger an der Entwicklung des MSCI-Emerging-Markets-Socially-Responsible-Index partizipieren. In diesem Index sind die Aktien nachhaltig wirtschaftender Konzerne enthalten, deren Hauptsitze sich in den Schwellenländern befinden. Darüber hinaus gibt es einen UBS-ETF (ISIN LU0629459743) auf den MSCI-World-Socially-Responsible-Index. Bedenken sollte man jedoch, dass in diesem Index US-Titel mit einem Anteil von 54,1 % gewichtet sind. Auf den Rängen zwei und drei folgen mit deutlichem Abstand japanische (8,3 %) und französische Aktien (5,7 %). Ausgewählt werden die Index-Titel bei diesen beiden Finanzprodukten nach dem gleichen Schema wie bei dem vom Schweizer Bankhaus UBS emittierten ETF auf den MSCI-USA-Socially-Responsible-Index (s.o.).

Martin Münzenmayer

 

Nachhaltigkeitsindizes: Vier Akien-ETFs

Stand: 6.10.2017 - Quelle: www.finanztreff.de