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8. Januar 2018   Investment

Markt für KMU-Anleihen stabilisiert sich

Stabilitt

Mit 20 Emissionen hat sich der deutsche KMU-Anleihenmarkt 2017 gefestigt. Die Immobilienbranche tat sich dabei besonders hervor und gilt unter Kapitalmarktexperten auch 2018 als die Branche mit der höchsten Frequenz an Emissionen. Ein weiteres positives Signal: Die Zahl der ausgefallenen Anleihen hat sich im vergangenen Jahr mit acht im Vergleich zum Vorjahr mehr als halbiert.

Nach den zahlreichen Ausfällen in den vergangenen Jahren hat sich der deutsche Markt der Mittelstandsanleihen nach Angaben der Kommunikationsberatung IR.on AG inzwischen beruhigt. 2017 wurden laut der Studie der Beratungsgesellschaft insgesamt 20 Emissionen von Mittelstandsanleihen im Volumen von 791 Mio. Euro platziert. Im Jahr davor waren es nur 16 mit einem Volumen von 909 Mio. Euro. Trotz des Anstiegs der Emissionen lag das durchschnittliche Volumen mit 40 Mio. Euro je Transaktion 2017 deutlich unter den Vorjahreswerten. 2016 hatte die Anleihe von Prokon mit 410 Mio. Euro den größten Marktanteil an den KMU-Emissionen. 2017 war es die Anleihe der UBM Development AG mit einem Volumen von 150 Mio. Euro. Rund zwei Drittel der Anleihen wurden im letzten Jahr unter einem Volumen von 30 Mio. Euro emittiert. 

Mit sieben Emittenten kamen in den zurückliegenden zwölf Monaten die meisten Zugänge aus dem Immobiliensektor. Den zweiten Platz belegt der Industriesektor mit drei emittierten Anleihen, gefolgt von Automobilzulieferern und Technologieunternehmen mit jeweils zwei. Den durchschnittlichen Kupon der 20 Emissionen 2017 errechnete IR.on mit 5,63 % jährlich. Die Laufzeiten betragen zwischen 15 Monaten und zehn Jahren. In Summe dienten 60 % der Emissionen der Refinanzierung einer bestehenden Anleihe. Die Mehrheit der Emissionen wurde im Quotation Board der Frankfurter Wertpapierbörse FWB gelistet, in neuen Segment Scale wurden die Anleihen von Paragon und Homann emittiert.

Ein weiteres Anzeichen für die Entspannung auf dem KMU-Anleihenmarkt sieht die Beratungs- und Kommunikationsagentur in der geringen Anzahl der Ausfälle, die sich mit nur acht Anleihen im Vergleich zum Vorjahr (17 Anleihen) mehr als halbiert hat. Jeweils drei Ausfälle entfielen auf Anleihen von ALNO und Air Berlin. Das 2017 ausgefallene Volumen von insgesamt 832 Mio. Euro speist sich zu 90 % aus Air Berlin und Rickmers. Mehr Hintergrundinformationen zu beiden Gesellschaften bzw. den ausgefallenen Anleihen finden sich im Schwarzbuch Börse 2017 der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.

Die beste Kursperformance der letzten zwölf Monate (Stand Mitte Dezember 2017) lieferte die Anleihe von Peine mit einem Plus von 57,5 %, gefolgt von Herbawi (+37 %) und More & More (+35 %). Zu den Verlierern 2017 zählen die Anleihen der 3W Power S.A. II (-24,5 %) sowie Smart Solutions (-20,5 %) und Minaya Capital (-12,85 %).

Und wie sieht der Ausblick für das Jahr 2018 aus? Dazu hat IR.on acht im KMU-Segment aktive Investmentbanken befragt. Diese erwarten für 2018 nur 15 Emissionen. Fabian Kirchmann, Vorstand der IR.on erklärt: „Die im Vergleich zur Entwicklung in 2017 zurückhaltende Prognose der Emissionsbanken liegt vor allem an der weiterhin beliebten Alternative der ‚Schuldscheinemissionen’. Gleichzeitig rechnen die acht befragten Banken aber auch mit einer zunehmenden Stabilisierung und Professionalisierung des KMU-Anleihemarktes – nicht zuletzt durch den Trend zur Selbstverpflichtung der Emittenten zu höherer Transparenz.“ Die Banken gehen davon aus, dass der Immobiliensektor den Anleihenmarkt weiterhin dominiert. Potenzial sollen auch Emissionen aus den Bereichen Industrie/Capital Goods, Automotive sowie Finanzdienstleistung haben.

Birgit Paintner, Redaktion AnlegerPlus



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